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Schülerinitiative besucht Landesfachtag

Die Schülerinitiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage hat am Donnerstag, den 7. Februar 2019, mit neun Schüler*innen und zwei Lehrern den Landesfachtag des Netzwerks in Bad Segeberg besucht.

Dabei gab es neben einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenum zusammen mit den etwas 150 anderen Schüler*innen aus ganz Schleswig-Holstein die Möglichkeit verschiedene Workshops zu besuchen. So konnte man sich zum Beispiel im richtigen Argumentieren ausbilden lassen, im richtigen Umgang mit Diskriminierung durch Vorurteile engagieren oder sich in einer Schreibwerkstatt dem Poetry Slam verschreiben. Die Lehrer haben sich unter #wirsindnichtneutral mit anderen Kolleg*innen zum Thema Meldeportale für Lehrer*innen ausgetauscht.

Hier gibt es eine kleine Leseprobe von Lea Hoffmann aus der 9d, in deren Genuss auch der gesamte Landesfachtag kam, als sie ihr Ergebnis aus der Schreibwerkstatt vorgetragen hat.

 "Der Wald ist einer meiner liebsten Orte. Ich sitze gerne einfach nur da und schaue mir die Bäume an. Sie sehen alle so unterschiedlich aus, fügen sich jedoch zu einem Bild zusammen. Ein Bild, das wir als Wald sehen. Warum funktioniert das nicht auch in der Welt? Die Welt, die um diese wunderschöne, stille und doch so unterschiedliche Ansammlung von Natur ist. Die Welt ist ein Bild, eine Ansammlung von Häusern, Straßen und Menschen, die wir als Welt sehen. Doch es gibt immer Leute, die mit dem „Weltbild“ nicht zufrieden sind. Sie fangen an es umzukrempeln, sie versuchen Menschen, die für sie nicht in dieses Bild passen, weg zu bekommen. Aber warum passt diese Person eigentlich nicht ins Bild? Was passt den Menschen nicht? Und warum dürfen sie entscheiden, dass diese Leute nicht ins Bild passen? Weil sie etwas Besseres sind? Meist sind es die Ausländer oder die Leute die auf die Menschen anders wirken, nur weil sie sich anders kleiden, einer anderen Religion oder Sexualität angehören. Sie sollen weg, wohin auch immer, Hauptsache sie gehen. Sie sagen die Leute seien nicht normal. Sie sind nicht so wie sie. Ich jedoch glaube, dass es so etwas wie normal nicht gibt. Keiner hat das Recht dazu zusagen „das ist normal“ und dann auch noch zusagen, dass es alle anderen genauso sehen müssen. Ich sage, wenn es für jemanden normal ist jeden Morgen einen Tee zu trinken, dann ist das okay, doch wenn du dann alle verurteilst, die einen Kaffee trinken oder gar ein Glas Wasser, dann bin nicht mehr damit einverstanden. Doch genau das ist der Grund, warum die Leute wegsollen. Warum sie aus dem Weltbild verschwinden sollen, weil andere Menschen sagen, dass sie nicht „Normal“ seien, nur, weil sie eine andere Haut-, Augen- oder Haarfarbe haben. Vielleicht, weil sie etwas oder jemand anderes, als Vorbild haben, jemanden, den die Leute mit weißer Haut, blauen Augen und blonden Haaren nicht als Vorbild haben. Deshalb mobben sie die Menschen, weil sie etwas anders machen. Keiner versetzt sich mehr in andere Leute, sie denken nicht vorher drüber nach, ob sie mit dem was sie jetzt sagen, jemanden verletzte könnten. Denn es ist ihnen egal. Die Leute sind von woanders und haben es nicht verdient wie z.B. „Deutsche“ behandelt werden. Doch worüber die Menschen nicht nachdenken ist, dass der Mensch der ihnen gegenübersteht, die Person, die sie als anders oder falsche abgestempelt haben, genauso Mensch ist wie sie selber. Dass dieser Mensch genauso ein Herz hat, wie du selbst es in deiner Brust spürst. Ein Herz, das verletzt wird wie deines, wenn dir jemand etwas Böses sagt. Doch nur weil er eine andere Religion hat, ist er plötzlich herzlos, nur eine Hülle und muss sich alles gefallen lassen. Das ist unfair! Er wird behandelt, als sei er nicht wie sie, als würde er etwas Ungewöhnliches und Schreckliches sein. Etwas neues, vor dem sie Angst haben. Natürlich ist so eine Reaktion ganz normal. Es ist Menschlich. Doch würden all diese Menschen auf diesem Planeten auch nur einen weiteren Gedanken auf diese Person verwerten, so würde ihnen klar werden, dass sie genauso sind wie du und ich. Doch die Menschen sind eingebildet, selbstverliebt und faul. Sie haben keine Lust darauf einmal mehr nachzudenken. Deshalb fangen sie an zu mobben und zu diskriminieren, nur weil sie zu faul waren, darüber nachzudenken, dass jeder Mensch gleich ist. Denn denken ist langweilig und macht kein Spaß doch jemanden zu ärgern und nieder zu machen, das finden die Leute witzig. Gleichberichtigung und Respekt gibt es nicht mehr und ich kann den Tag kaum erwarten, dass es wieder in Mode kommt. Denn dann denken die Menschen wieder nach, tun nicht mehr so, als seien sie dumm und verstehen vielleicht endlich was wir versucht haben, ihnen ein Leben lang zu erklären. Doch auch dann wird immer irgendwer dumm bleiben, denn genau das ist Rassismus, es ist nichts anderes als dumm."

Bildungsfahrt nach Berlin

Bei der feierlichen Übergabe des Titels „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ wurde die Initiative von unserer Patin Bettina Hagedorn zu einer Bildungsreise nach Berlin eingeladen. 

Am 12.9.18 war es dann soweit, die Hälfte der Initiative fuhr mit den betreuenden Lehrern Herrn Dogs und Herrn Schwardt nach Berlin. Sie besuchten mit einer Gruppe um die 50 Personen einige ausgewählte Attraktionen rund um Politik. Die Fahrt ging über drei Tage. Freizeit war kaum, aber dafür ein sehr interessantes Programm. Unter anderem stand der Besuch des Bundestages auf dem Programm, wo sich die Gruppe eine Plenarsitzung anhören konnte. „Das war auf jeden Fall ein Highlight!“ meinte die Gruppe begeistert. Außerdem fügten sie noch über die Fahrt hinzu: „Viele der Dinge die wir unternommen haben, hätten wir unter normalen Umständen nicht machen können. Es ist war eine tolle Erfahrung und Belohnung für unsere Initiative.“„Wir hatten viel Spaß, auch wenn sich das viele wahrscheinlich nicht vorstellen können. Es war eine sehr nette und lockere Atmosphäre, die Leute waren alle sehr nett. Auch Frau Hagedorn hat sich viel Zeit für uns genommen, es war immer sehr lustig mit allen.“ 

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Am 27.3.2018 war es soweit und die Schülerinitiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" hat die Belohnung für die gesammelten Unterschriften und die damit verbundene Arbeit erhalten: Unsere Schule darf sich fortan

Schule ohne Rassismus - Schule mir Courage

nennen. Auf der feierlichen Übergabe in der Sporthalle war auch unsere Patin Bettina Hagedorn zu Gast und hat neben der Schulleitung, der Schulband und unsere DaZ-Gruppe einen tollen Beitrag zu der Veranstaltung geleistet.

Vielen Dank an alle beteiligten Helfer und Besucher! Wir freuen uns im nächsten Schuljahr mit weiteren Projekten den Kampf gegen Vorurteile und Diskriminierung jeder Form aufzunehmen.

Liebe Grüße vom SoR Team

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